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Von der großen auf die noch größere Bühne

Mit dem Motto "12 Jahre großes Kino – Disney‘s Abi" hatten die Abiturienten des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe keinesfalls zu viel versprochen, denn auch die feierliche Zeugnisübergabe (wieder) mit vielen Gästen beinhaltete so ziemlich alles, was einen erfolgreichen Kinofilm ausmacht. Einfach großes Kino.

Den Vorspann gestaltete, dem festlichen Anlass angemessen, das Streichquartett unter Leitung von Vivian Anastasiu. Es bereitete die Bühne für den Einmarsch der Abiturienten. Der Film begann und der Chor richtete stimmgewaltige musikalische Grüße an die Absolventen, frei nach Max Raabe: "Heute ist ein guter Tag, um glücklich zu sein / Steht das Glück vor der Tür, dann lass' ich es rein." und Sarah Connor: "Ich wünsch‘ Dir all das Glück dieser Welt. / Ich wünsch‘ Dir Mut und Vertrauen in dich selbst. / Ich wünsch‘ Dir, dass Du nichts versäumst, nichts bereust." Die Rezitationen von Gina Jaqueliné Richter aus dem Jahrgang 11 und Mareike Herrmann aus Klasse 9 hielten weitere Wünsche bereit: "Das Leben geht nicht immer geradeaus, mach einfach das Beste daraus." und "Jeder muss sich entfalten, ich will bewusst mein Bestes geben."

Wie in jedem erfolgreichen Film fesselten weitere Gänsehaut-Momente das Publikum. Paula Reuter, Tizia Rhode und Maxima Schliwa sorgten gemeinsam mit dem Chor für eben einen solchen beim Song "I'll always remember you" von Miley Cyrus.

Der letzte Akt vor dem eigentlichen Höhepunkt war Schulleiter Rolf-Uwe Friederichs und im Anschluss Anke Meyer vorbehalten. Auch er sparte nicht mit Denkanstößen und Ratschlägen. Den Ausgangspunkt lieferte das von den Abiturienten als Motto verwendete Disney-Zitat "If you can dream it, you can do it." in Kombination mit der Weisheit "Träume gehen am ehesten in Erfüllung, wenn man aufwacht." Drei Appelle richtete er dann an die Abiturienten: "Verändern Sie sich, aber nicht ihren Charakter! Entdecken Sie die Welt, aber vergessen Sie ihre Wurzeln nicht.", "Seien Sie Sie selbst! Gehen Sie ihren eigenen Weg, aber vergessen Sie ihre Mitmenschen nicht." und "Bekennen Sie Farbe! Agieren Sie immer reflektiert und eigenverantwortlich." Traditionell mit einem Zitat des Schulnamensgebers verabschiedete er den nunmehr 31. Abitur-Jahrgang des Calbenser Gymnasiums. "Beobacht' und denke nach, um die Wahrheit zu erkennen. Glaube nichts, was der Vernunft widerspricht, täusche weder dich sonst noch andere."

Im Auftrag des Landrats richtete die Fachbereichsleiterin mit "außerordentlicher Freude" ihre Worte an die Absolventen. Aus Sicht einer Mutter berichtete sie in ihrer recht lockeren, aber nicht unernsten Rede von der Qual des Aufstehens der Jugendlichen und verband dies mit Worten Schillers, der Freiheitsfähigkeit des Menschen als Bildungsgrundlage. Das notwendige Rüstzeug hat das Gymnasium den Schülern mit auf den Weg gegeben, um aktiv selbst mitzugestalten. Gelegenheiten wird es für sie in Zukunft genug geben. Die neuen Wege zu gehen und gleichsam sich an die Heimat zu erinnern, waren weitere Ratschläge, um fast zum Abschluss mit dem Satz: "Seien Sie sicher, dass der Salzlandkreis fest hinter dem Friedrich-Schiller-Gymnasium Calbe steht." aufhorchen zu lassen. Ganz am Ende ihres „Auftritts“ forderte sie die Abiturienten auf, sich in Richtung ihrer Eltern, Angehörigen und Lehrer zu drehen und sich mit einem lauten Applaus zu bedanken. Tolle Idee.

Auf der Bühne die Protagonisten mit strahlenden Gesichtern: Das Zeugnis und eine Blume in den Händen, den Lorbeerkranz auf dem Kopf. Stolz, Freude, auch manche Träne in den Gesichtern der Muttis und Vatis, Geschwister, Omas und Opas. Das Drehbuch passte.

Mit den Worten: "Das war ganz großes Kino!" moderierte Alexander Sieche, Vorsitzender des Fördervereins, die Auszeichnung der Jahrgangsbesten an. Janine Nimmich (Notendurchschnitt 1,1), Lena Marie Tönnies (1,0) und Julia Wagus (1,0) waren für einem Moment, aber sind es wohl eben auch für die Ewigkeit, die Stars.

Letztgenannte sorgte danach im Duett mit Moritz Ende mit einem Disney Medley für den nächsten puren Gänsehaut-Moment. Wer von diesem Vortrag nicht berührt war …

Mit Grüßen an die Abschlussklasse, die mit einigen lustigen Hinweisen der Eltern und Großeltern gespickt waren, erzeugten die beiden Fünftklässler Isabella Meinicke und Otto Schneider viel Spaß und Applaus im Publikum. Die kommenden Akteure präsentierten sich also auch schon.

"Vor ziemlich genau sieben Jahren standen wir bereits hier auf der Bühne, um gute Wünsche an die damaligen Abiturienten zu sprechen." Janine Nimmich und Jonas Brösel hielten nun die Abschlussrede der Abiturienten des Jahres 2022, ein sehr humoristischer Rückblick auf die vergangene Schulzeit. 2014 starteten die Klassenlehrerinnen Janine Gasch, Anke Rohde und Marita Rombusch den gemeinsamen Film am Gymnasium, eine Zeit, die die Schüler zu dem machte, was sie heute sind, auch zu den verdienten Hauptakteuren des Nachmittags. Die Anforderungen und das Stresslevel stiegen dabei exponentiell an, neben dem Lernstress blieb aber der Spaß nicht auf der Strecke, nicht zuletzt bei den vielen einmaligen Exkursionen und Klassenfahrten. "Eben noch 2015 gratuliert und nun ist unsere Zeit an Gymnasium vorbei. Dass Leben ist leider kein Disney-Film. Es gibt keinen Pausenknopf, keine Kapitelübersicht zu dem, was noch alles auf uns zu kommt." Worte, die sowohl die feierliche Zeugnisübergabe als auch die Schulzeit am Calbenser Gymnasium nicht besser hätten zusammenfassen können.

Abspann: Ausmarsch der Abiturienten, während das Publikum sichtlich bewegt applaudierte.
Nun haben die Schilleraner die große (Schul-) Bühne verlassen und betreten mit dem Abitur in der Hand die noch viel größere Bühne der herausfordernden Zukunft.

Irgendwie klingt das wie ein Happy End, vielleicht sogar von einem tollen Film, der ganz sicher viele weitere Fortsetzungen haben wird.

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