Picnic

“Schilleraner eröffnen ihre eigene Cafeteria”

Tilman Treue – Volksstimme Schönebeck vom 21. Januar 2006

Unter dem Namen „Picnic“ öffnete am Friedrich-Schiller-Gymnasium Calbe eine Cafeteria. Das besondere dabei: Sie wird von einer Schülerfirma in Eigenregie betrieben.

Viel Trubel herrschte im ehemaligen Raum 1 des Friedrich-Schiller-Gymnasiums. Seit Kurzem ist in dem Raum, wo früher Musik unterrichtet wurde, die Cafeteria „Picnic“ mit ihren bunten Stühlen, runden Tischen und einer großen Theke eingerichtet. Zehn Schüler der 7. bis 9. Klassen um die Pädagogische Mitarbeiterin Bärbel Schmidtke haben aus einer Arbeitsgemeinschaft eine Schülerfirma gegründet, die das „Picnic“ nun betreibt. Eigenwirtschaftlich, wohl gemerkt.

„Wir hoffen, dass die Schüler hierbei wichtige Dinge für ihr Berufsleben lernen,“ sagt Schulleiter Erhard Kiel, „das ist ein gutes Training.“ Und so gibt es auch richtige Verträge, zum Beispiel mit einer Calbenser Getränkefabrik und natürlich mit dem Schulträger, der die Miete für den Raum und die Unkosten regelt. „Diese Fixkosten müssen wir erstmal einnehmen“, zweifelt die 14-jährige Eva Ehrhardt noch ein wenig, ergänzt aber gleich, dass das Team zuversichtlich ist, dass „der Laden schon laufen werde“. Die Neuntklässlerin ist von der Gruppe zur Geschäftsführerin der Schüler-GmbH gewählt worden.

Lea Ehrhardt, die erste Geschäftsführerin von Picnic.

In der vergangenen Woche waren überdies Vertreter der „Deutschen Kinder- und Jugendstiftung“, die derartige Projekte mit einer Anschubfinanzierung fördert, in Calbe, um sich mit Schülern und Schulleitung zu unterhalten, die jetzt auf einen positiven Bescheid hoffen. Das bisherige Inventar besteht übrigens ausschließlich aus Spenden zum Beispiel von Lehrern und Eltern. „Ich war sehr überrascht über die große Resonanz“, so Projektleiterin Bärbel Schmidtke.

Geöffnet ist zunächst in drei Pausen, in denen jeweils drei Schüler des Teams belegte Brötchen, heiße und kalte Getränke, Hot Dogs und Kaugummis zu moderaten Preisen verkaufen. Bewusst ausgelassen wurde die Mittagspause, denn man versteht sich nicht als Konkurrenz zur bestehenden Essensversorgung.

Den ersten großen Ansturm dürfte das „Picnic“ bereits heute erleben, denn zum „Tag der offenen Tür“ ist natürlich geöffnet. „Sonderöffnungszeiten zu weiteren Anlässen wie Theateraufführungen sind ebenfalls geplant“, so Eva Ehrhardt.

Das Picnic-Team im Jahr 2006.
Das Picnic-Team im Jahr 2016.