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Besonderes Theaterstück im besonderen Charme des Schauspielhaus Magdeburg

Am 16. Oktober machte sich ein Teil der 12. Klassen des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe auf den Weg ins Schauspielhaus Magdeburg.

Der Abend begann aber erstmal nicht im Theater selbst. Einige Schüler beschlossen, vorher noch dem  beliebten amerikanischen Fast-Food-Restaurant McDonalds einen Besuch abzustatten. Wir zogen schon einige Blicke auf uns, da wir für den Besuch im Theater entsprechend vornehm gekleidet waren. Gestärkt und nach ewiger Parkplatzsuche kamen auch alle Schüler und Lehrer pünktlich am vereinbarten Treffpunkt an.

Es wurde das Stück „Der gute Mensch von Sezuan“ von Bertolt Brecht aufgeführt. Schon die Ankunft im Theater rief Begeisterung hervor. Auf dem Weg zum Saal machten wir Halt, um auf einer eleganten Treppe mit rotem Teppich ein Erinnerungsfoto zu machen. Das Ambiente des Theaters hatte einen gewissen Charme und wir fühlten uns wirklich wie auf dem roten Teppich.

Die Inszenierung selbst war außergewöhnlich. So wurde öfters ein Lied gesungen und die Schauspieler richteten sich an das Publikum. Brechts episches Theater eben. Alle waren von der Darstellung begeistert, da es mal etwas ganz anderes als ein gewöhnliches Theaterstück war und auch der Inhalt überzeugen konnte. Schon in der Schule hatten wir Ausschnitte aus dem Stück behandelt und konnten es nun, auf einer Bühne umgesetzt sehen. Es gab sehr viel Gelächter und manchmal auch etwas Verwirrung, da es alles andere als ein normales Theaterstück war. Natürlich wurde auch auf die Corona-Bedingungen Rücksicht genommen, aber das Theater war dennoch gut besucht und auch den restlichen Besuchern schien das Stück gefallen zu haben.

Unsere kleine Gruppe hatte sichtlich Spaß und Freude, da es so abwechslungsreich und erfrischend war, in eine ganz andere Art von Schauspiel hineinzuschnuppern. Diese Chance bietet sich nicht alle Tage, also mussten wir sie einfach nutzen. Wir freuen uns schon auf die nächste.

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„Weihnachten“ auf ganz neue Art

Recht schnell nach Bekanntwerden reagierten sowohl die Fachschaft Deutsch als auch Geschichte des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe auf das Angebot der Leopoldina, Vorlesungen mit renommierten Professoren an den Gymnasien Sachsen-Anhalts zu organisieren.

Die 1652 gegründete Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (Sitz in Halle/Saale) hat rund 1.600 Mitglieder aus nahezu allen Wissenschaftsbereichen und ist eine klassische Gelehrtengesellschaft. Im Jahr 2008 wurde sie zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt.Sie bearbeitet unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen wichtige gesellschaftliche Zukunftsthemen aus wissenschaftlicher Sicht, vermittelt die Ergebnisse der Politik und der Öffentlichkeit und vertritt diese Themen national wie international, wie der Homepage zu entnehmen ist.

Professor Dr. Andreas Kablitz, Direktor des Petrarca-Instituts an der Universität zu Köln, Obmann der kulturwissenschaftlichen Sektion und Senator der Leopoldina, hielt wenige Tage vor Heiligabend in der Aula eine Vorlesung zum Thema Joseph von Eichendorff: Weihnachten.

Die aufmerksamen Zuhörer aus dem Jahrgang 11 lauschten dem Vortag gebannt, ließen sich sowohl auf Inhalt als auch Form des bekannten romantischen Gedichtes ein und staunten über dargebotene Zusammenhänge mit Eichendorffs Abschied, Auszügen aus der biblischen Weihnachtsgeschichte sowie dem nicht minder bekannten Eichendorff’schen Gedicht Wünschelrute. Die 45 Minuten vergingen im Nu, einige „Mutige“ hatten Fragen, die Professor Kablitz mit Vergnügen sehr verständlich beantwortete. Es ging u.a. um die Identität zwischen lyrischem Sprecher und Autor. Professor Kablitz meinte, dass es doch spannend und fruchtbringend wäre, das nicht so genau zu wissen. Außerdem: Wäre der Zugang zum Gedicht dann ein anderer? Er sprach aber auch über seine persönlich, biographisch-familiär  bedingten Anfänge mit Eichendorff und dem schon in  seiner Jugend aufflammenden Interesse für Literatur und Sprachen.Der Vortrag war eine perfekte Ergänzung zum gerade im Deutsch Leistungskurs begonnenen Thema: Die Epoche der Romantik.

Die Schüler*innen waren besonders von der ganzheitlichen Herangehensweise, der Eloquenz und Souveränität des Vortragenden begeistert.

Johanna Baier: „Dieser völlig neue Blickwinkel auf Lyrik hat mich begeistert.“

Wissenschaft will sich wieder mehr der Schule nähern, die Schule, und das Gymnasium im Besonderen, soll die Schüler auch auf eine akademische Karriere vorbereiten, so fasste es Frau Dr. Elke Witt von der Leopoldina in ihren Schlussbemerkungen zusammen.Außerdem versprach sie, dass weitere Angebote für Akademienvorlesungen in den nächsten Jahren folgen werden.

Im März wird Professor Dr. Karl-Heinz Leven, Direktor des Institutes für Geschichte und Ethik der Medizin, Universität Erlangen-Nürnberg, eine Vorlesung zum Thema Warum und in welcher Weise hat sich die deutsche Medizin dem NS angenähert? Wie ist man nach 1945 damit umgegangen?

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Lesenacht – ein Erlebnisbericht

Um den Schülern der fünften Klassen eine unvergessliche Lesenacht zu bescheren, haben einige Schüler der elften Klasse in Zusammenarbeit mit Frau Karl dieses Event organisiert.

Das Erste, was zu tun war, war das Umräumen der Schlaf- und Stationsräume. Gegen 17 Uhr kamen dann auch schon die ersten Kinder, um sich in den Schulräumen niederzulassen. Nach dem „anstrengenden“ Umräumen der Schlafgelegenheiten musste für Essen gesorgt werden. Einige Schüler brachten Salate mit, die extra von den Eltern zubereitet worden waren, während die Elftklässler versuchten unter schwierigsten Bedingungen – es regnete – den Grill anzubekommen, um die Fleischversorgung in Form von leckeren Würstchen zu sichern. Dies gelang schlussendlich auch und es konnte gegessen werden.

Im Anschluss folgte der Hauptakt des Abends, die Autorin Karin Gündisch kam zu Besuch und las aus ihren Büchern vor. Die Kinder waren begeistert von den Büchern, sodass einige nicht mehr aufhören konnten zu staunen und die Mutigen sie mit Fragen bestürmten. In der Zeit bereiteten die Schüler der elften Klasse vier Stationen zur Belustigung der Kinder vor. An diesen Stationen konnte man zum Beispiel ein Wissensquiz bewältigen, Activity spielen, eine musikalische/tänzerische Glanzleistung an der Wii vorführen oder einer magischen Zaubershow zuschauen.

Als die Kinder nun von den großen Schülern begeistert waren, ging es auf zur Nachtwanderung. Dazu hatten sich die Elftklässer versteckt, um die Jüngeren etwas zu erschrecken. Dies führte bei einigen Schülern zu dem gewünschten Effekt. Nach der doch sehr nervenaufreibenden Nachtwanderung hieß es gegen elf Uhr Zähne putzen und ab ins Bett für die Kleinen. Die Elftklässler setzten sich noch mit den Lehrern zusammen und spielten ein wenig „Knack“. Nach und nach löste sich die Gruppe auf und alle wanderten ins Bett.

Schon früh um sechs hieß es dann raus aus den Federn, denn die Fünftklässler hatten Hunger. Mit Hilfe der Frühaufsteher wurde das Frühstück schnell vorbereitet und es konnte 7.30 Uhr gegessen werden. Im Anschluss wurden die Räume noch so hergerichtet, wie man sie Tags zuvor aufgefunden hatte.

Die Schüler dankten ihrer Mitorganisatorin für die tolle Idee und super Unterstützung mit einem kleinen Geschenk. Danach traten alle den Heimweg an und vermutlich fiel zu Hause der eine oder andere nochmals ins Bett.

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Auf den Spuren von Goethe und Schiller in Weimar

Bei Namen von berühmten Dichtern wie Goethe oder Schiller kommen einem beispielsweise Werke wie Faust oder Wilhelm Tell in den Sinn. Doch was wissen wir überhaupt über das Leben und die Persönlichkeit eines solchen Dichters? Über unseren Namensgeber sicher ein wenig mehr. Am 06. Dezember 2018 hatten wir, die Schülerinnen und Schüler der 12. Klassen des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe, die Chance, für ein paar Stunden in das Leben der zwei vielleicht prägendsten Berühmtheiten der deutschen Literatur einzutauchen.

In der Vorauswahl hatten wir, die Schilleraner, bereits die Möglichkeit, zwischen dem Goethe- oder Schillerhaus und dem Wittumspalais oder Weimarhaus zu entscheiden. Der Besuch aller Gebäude wäre innerhalb weniger Stunden nicht möglich gewesen. Die Exkursion begann um 8.00 Uhr mit der Busabfahrt von Calbe. Etwa um 10.30 Uhr kamen wir in Weimar an. Von dort aus ging es zu Fuß in die Altstadt. Dort hatten wir Schüler und unsere Lehrer Freizeit. Diese konnten sich alle mit einem kleinen Snack vom Weihnachtsmarkt oder einem Bummel durch die schöne Altstadt vertreiben.

Die Besichtigung des Schillerhauses begann gegen 12 Uhr. Während der Führung begeisterte Nils Kannegießer uns und die Gruppenführerin mit einem sehr umfangreichen Wissen über Schillers Leben. Besonders eindrucksvoll war eine Locke Schillers, die ihm von seiner Frau auf dem Totenbett abgeschnitten wurde. Interessant anzusehen waren auch die Angaben zu Schillers finanziellen Jahresausgaben, auch für Bier und Wein, die penibel aufgeführt wurden, vielleicht gerade weil er kein besonders reicher Mann war. Sein Arbeitszimmer war strikt vom Wohnbereich getrennt, damit er in Ruhe arbeiten konnte.

Die Besichtigung des Goethehauses fand für andere Schüler um 12.30 Uhr statt. Die Tour bestand aus zwei Teilen. Mit Hilfe einer Karte und eines Audioguides erkundeten wir im ersten Teil das eindrucksvolle Wohnhaus des Geheimrates. Das Gefühl, dort zu stehen, wo Goethe einst seine Werke schrieb, war sehr überwältigend. Zudem grenzten an sein Arbeitszimmer die persönliche Bibliothek und die vielfältige Steinsammlung. Der zweite Teil bestand aus einer Ausstellung über Goethes Leben und Schaffen. Begleitet wurden wir von einer jungen, sehr gebildeten, Frau namens Ann. Sie glänzte mit einem breit gefächerten Fachwissen über Goethes Persönlichkeit, sein Leben, seine Ideen und seine Werke. Zudem war sie sehr verständnisvoll dafür, dass wir nach einer gewissen Zeit, etwa zwei Stunden, nicht mehr stehen konnten. Am beeindruckendsten war der Original-Reisemantel Goethes, welcher in einer großen Glasvitrine präsentiert wurde.

Nachdem die Besichtigung des Schiller- und Goethehauses beendet waren, standen um 15.00 Uhr die nächsten Programmpunkte auf der Liste. Im Weimarhaus erwartete uns eine animierte Darstellung der Entwicklung Thüringens und Weimars von der Urzeit bis heute. Im Wittumspalais, dem ehemaligen Wohnsitz der Herzogin Anna Amalia, gab es für uns erneut eine Audioguideführung. Anna Amalia war die Frau, die Goethe nach Weimar holte. Besonders war der Raum, in dem sie in ihrem Sarg aufgebahrt wurde, denn dort befanden sich auch Musikinstrumente und Kleidungsstücke der damaligen Zeit. Schön anzusehen war ebenfalls der Stuck des Deckengewölbes.

Nachdem alle Besichtigungen beendet waren, hatten wir noch einmal Freizeit. Währenddessen sind wir Schlittschuhgelaufen, haben den Weihnachtsmarkt besucht und uns so manche Leckerei schmecken lassen.

Der krönende Abschluss des Tages war der Besuch im „Theater im Gewölbe“. Dort sahen wir „Goethe – schuldig oder nicht? Die „Kriminalfarce“ wurde in monologischer Form dargeboten. Horst Damm verkörperte die Person Goethes. Er sprach über seine Beziehung zu Schiller, dessen, aber auch über ihr gemeinsames Leben. Goethes Zerrissenheit, Selbstanklagen und Unschuldsbeteuerungen und die – nicht ganz ernst gemeinte – Frage, ob Schiller nicht vielleicht doch der größere Dichter und sympathischere Mensch war, standen dabei im Mittelpunkt der Komödie. Dabei stellte er sich auch die Frage, ob ihn eine Mitschuld an Schillers Tod träfe. Die Ambivalenz Goethes zwischen Spinner und ernsthafter Person gelang dem Darsteller überzeugend auf die kleine Bühne zu bringen. Für uns war es auch sehr verständlich, besonders mit dem Wissen aus dem Besuch des Schillerhauses.

Anschließend fuhren wir zurück nach Calbe und können sagen, dass es ein erlebnisreicher und spannender Tag mit vielen neuen Erkenntnissen und Eindrücken war.

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Goethes Glanz und Schillers Glorie erkunden

Nachdem wir, die Schüler der Klasse 12, nun bereits seit einigen Jahren das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Calbe besuchen, wurde es langsam Zeit, eine der vielen Wirkungsstätten unseres Namensgebers zu besuchen. Aus diesem Grund zog es uns am 13. Dezember in die Kulturstadt Weimar.

Nach zweistündiger Fahrt erreichten wir unser Ziel. Auf dem Plan stand ein Besuch von Goethes oder Schillers Wohnhaus. Dies konnten wir selbst entscheiden.  Allerdings muss das Wohnhaus unseres Namensgebers deutlich spannender gewesen sein, denn einigen Schülern riss es wortwörtlich den Boden unter den Füßen weg. Danach bot sich die Möglichkeit, sich auf dem Weihnachtsmarkt zu stärken und einige Runden auf der Schlittschuhbahn um die berühmte Statue der beiden Klassiker vor dem Nationaltheater zu drehen. Für Manche schien dies das Highlight der Fahrt zu sein. Anschließend besichtigten wir entweder das Wittumspalais oder das Weimarhaus. Je nach Interesse konnten wir wieder wählen.  Im Wittumspalais erhielten wir viele Informationen über Anna Amalia und die Lebensweise zur damaligen Zeit als Herzogin. Wer etwas über die Geschichte der Stadt erfahren wollte, entschied sich für das Weimarhaus. Goethes Leben und vielfältiges Wirken, auch im Kontext der Zeit und der sie bestimmenden Persönlichkeiten, wurde den Schülern nahegebracht, die sein Wohnhaus am Frauenplan besuchten.

Die Zeit bis zur folgenden Theatervorstellung konnten wir wieder individuell gestalten.

Ein kurzer Ausflug auf die Eislaufbahn.

Um 17 Uhr saßen wir dann gespannt im „Theater im Gewölbe“ und sahen das Zwei-Personen-Stück „Goethes Glanz und Schillers Glorie“. Dieses bildete einen schönen Abschluss des Tages, da durch die kreative Darbietung noch einmal  ergänzend  interessante Informationen über die Dichter vermittelt wurden und auch gemeinsam gelacht werden konnte, denn die beiden vielleicht größten deutschen Dichter wurden keinesfalls glorifiziert.

Die Weimarer Klassik spielt natürlich in unserem Unterricht eine Rolle. Aber Erfahrungen vor Ort sind dann doch etwas Besonderes und gehen anschaulich über die Theorie hinaus.

Vielen Dank an unsere Deutschlehrer Frau Tulinski, Frau Cotte und Herrn Bannier für die Organisation, Begleitung und ihr Improvisationsvermögen. Sie haben an diesem Tag ganz sicher auch viele neue Erfahrungen gemacht.

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„Ganz schön viel Theater …“

Erfahrungen an außerschulischen Lernorten zu sammeln ist wesentlicher Bestandteil unserer Bildungs- und Erziehungsarbeit und deswegen bewährte Tradition am Friedrich-Schiller-Gymnasium Calbe. Klingt gut und Schillers Lehrer und Schüler wissen genau, wie das geht.

Die verschiedenen Fachschaften organisieren dieser Tradition folgend in der letzten Schulwoche jeweils einen Projekttag für alle Schülerinnen und Schüler. Ganz unterschiedliche Orte standen dabei in den vergangenen Jahren im Mittelpunkt. Die Wanderung zum Brocken war sicher einer der Höhepunkte, aber auch die Sternfahrt zum Wartenberg, der Besuch im Phaeno in Wolfsburg , der Bergakademie in Freiberg, des Endlagers in Morsleben und die Einfahrt in das Erlebnisbergwerk Sangerhausen bleiben in lebhafter Erinnerung. Im Kalksteinbruch Rüdersdorf durften Schüler Fossilien erforschen.

Das 25-jährige Jubiläum unseres Gymnasiums brachte nun ganz logisch im Juni 2016 die Fachschaft Deutsch in die Verantwortung. Spiritus Rector war die Fachschaftsleiterin Heidi Cotte. Fleißige Helfer unterstützten sie, um die organisatorische und logistische Meisterleistung zu bewältigen. Es ging – wie es unser Namensgeber einmal schrieb – „um die Bretter, die die Welt bedeuten“.

„Wir sehen die kleine, dann die große Welt“, wie es sein engster Mitstreiter, der allen bekannte Geheimrat, im „Faust“ formulierte, bedeutete, dass einige der jüngsten Schüler voller Begeisterung eine Lesenacht in Barby gestalteten, andere das Theater und die Bibliothek in Bernburg besuchten.

Die 7. Klassen fuhren nach Bad Lauchstädt, erlebten dort das einzige aus der Goethezeit original erhaltene Theater und das Schillerhaus. Ein Ensemblemitglied trug Balladen vor. Die Schüler staunten, wie ein professioneller Sprecher Stimmungen vermittelt und Wirkungen erzielt.

„Rap macht Schule“ heißt das Projekt von Doppel-U aus Weimar. Der Rapmusiker Christian Weirich vermittelt klassische Texte und bringt sie den Schülern in den ihnen vertrauten Genres – Rap und Hiphop – nah. Theorie und Praxis standen für unsere Achtklässler und eine Zehnte auf dem Programm. Eigene Texte zu rappen ist allerdings dann doch nicht so einfach, hat aber geklappt und eine gerappte „Ode an die Freude“ bedeutete für unsere Schüler eine völlig neue Erfahrung.

Alle anderen Jahrgänge besuchten Dessau, das Anhaltische Theater und die Volkshochschule. Ob Balladenvertonung, Schiller Workshop, Stadtrallye, Theaterführung oder „Schiller unplugged“ – für jeden muss etwas dabei gewesen sein am Theatertag des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe, kurz vor unserem Jubiläum.

Bei der Stadtralley gab es viel Neues zu entdecken.
Im Team durch die Innenstadt von Dessau.
Hilfe beim Texten von einem Rapper.

„Am Montag hatten wir ganz schön viel Theater“, fasste ein Mathe – und Physiklehrer den Tag zusammen. Es muss ein Kompliment gewesen sein.

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Weimar, Goethe und viel mehr

Mit Weimar verbinden sich sofort Bilder und Begriffe, natürlich Goethe und sein Faust, Schiller, Buchenwald und für manche noch mehr.

Im Deutschunterricht wird der Weimarer Klassik (1786-1805) ein besonderer Platz eingeräumt, viele Namen werden neben den erwähnten genannt: Herder und Wieland, Herzog Carl August – Herrscher, Mäzen und Freund der Dichter. Aber auch die Frauen sind nicht zu vergessen: Herzogin Anna Amalia, früh verwitwet und erste Regentin, Mutter Carl Augusts, Herzogin Luise, ihre Schwiegertochter, Charlotte von Stein, Christiane Vulpius, Goethes Ehefrau. Und genau diese Personen spielten auch beim Besuch der 12. Klassen des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe in Weimar eine Rolle.

Alle Schüler mussten sich aus einer Auswahl für zwei „klassische“ Orte entscheiden. Letztendlich standen Goethes und Schillers Wohnhäuser und das Wittumspalais auf dem Besuchsprogramm.

50 Jahre lebte Deutschlands wahrscheinlich bekanntester Dichter am Frauenplan, zunächst zur Miete, dann im von Carl August geschenkten Eigentum, das schon recht kurz nach seinem Ableben 1832 der Öffentlichkeit teilweise zugänglich war. Der Audioguide vermittelte die wichtigsten Informationen zum Haus, zum gesellschaftlichen und Privatleben sowie zu seiner Arbeit.

Die geführte Tour durch die Ausstellung „Lebensfluten und Tatensturm“ ergänzte das Wissen zur Vielschichtigkeit Goethes, die weit über sein literarisches Schaffen und seine Begeisterung für Italien hinausging. Dabei schöpfen sowohl Ausstellung als auch Wohnhaus aus einem einzigartigen Fundus vielfältiger, wertvoller Originale.

Wirkt Goethes Wohnhaus – wohl auch schon zu Lebzeiten – eher wie ein Museum, ist Schillers Haus, für das er sich verschuldete, bescheidener, bürgerlicher. Und ist dennoch, oder gerade deswegen, nicht weniger interessant. Schiller stand zunächst im Schatten Goethes, wurde von ihm nach Jena (Geschichtsprofessur) „abgeschoben“ und ab 1794 für ein unglaubliches Jahr-zehnt immer mehr zum engsten Freund, literarisch und geistig inspirierenden Partner. Über den Verlust Schillers 1805 schreibt Goethe, er hätte „die Hälfte seines Daseins verloren“.

Das Theater im Gewölbe führte „Goethe und die Frauen“ auf und unsere Schüler verfolgten sehr aufmerksam und überwiegend mit viel Freude das teils amüsante Zwei-Personen-Stück. Die bereits erwähnten Frauen spielten die Hauptrolle, ob in ihrer Beziehung zu Goethe oder ihrer Bedeutung für die Weimarer Gesellschaft bzw. die Kulturszene des damals ca. 6000 Einwohner zählenden Örtchens. Legenden und Gerüchte, Temperament und Charakter der ungleichen Heldinnen, Klatsch und Tratsch standen für 90 Minuten im Mittelpunkt. Ein Schüler formulierte treffend: „Das Stück war die Zusammenfassung des Tages in Weimar.“

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Schiller(s) in Weimar

Was der Dichter vor mehr als 200 Jahren schaffte, gelang uns jetzt auch: Unsere Klassenfahrt führte uns in der letzten Juniwoche in die Klassikerstadt an der Ilm.

Nach angenehmer  Fahrt erreichten wir Weimar bereits am frühen Vormittag. Ein kurzer Stopp am Hostel verschaffte uns einen ersten Eindruck. Nach 25 Minuten Fußweg waren wir auch schon im Zentrum. Ehrfürchtig standen wir vor dem Deutschen Nationaltheater mit seiner unglaublichen Geschichte und dem bekannten Goethe-Schiller-Denkmal davor. Ein spendiertes Eis brachte kurzzeitige Erfrischung, denn es war, wie an allen Tagen, ziemlich warm. Eine Tour, geführt von einer gebürtigen Ascherslebenerin, brachte uns Weimar und seine wichtigsten Sehenswürdigkeiten näher: Schillers und Goethes Wohnhäuser, das Schloss, das Wittumspalais, das Wohnhaus der Frau von Stein, den  Markt mit dem Rathaus und viele mehr.

Am nächsten Tag standen Weimarhaus und Anna-Amalia-Bibliothek auf dem Programm. Es ist schon fast unglaublich, was die Restauratoren nach dem fürchterlichen Brand von 2004 geschafft haben. Während des gemeinsamen Mittagessens gab es für den Bayernfan Herrn Bannier eine schwarz-gelbe Überraschung als Rache für seine ständigen Sticheleien. Der Nachmittag diente der individuellen Vertiefung des am Morgen erworbenen Wissens.

Am Mittwoch besuchten wir die Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Frau Professor Schumann, Dekanin des Fachbereichs Medizintechnik und Biotechnologie, zeigte uns einige Labore, ließ biochemische Experimente vorführen und berichtete über den Alltag der Studenten. So locker hatten wir uns eine Professorin nicht vorgestellt. Das Gelände auf einem Teil der ehemaligen Zeiss-Werke ist wie ein Campus aufgebaut, alles eng beieinander, perfekt für das Studieren. Eine Führung durch die zweitwärmste Stadt Deutschlands rundete unseren Besuch ab. Anschließend durften wir die Einkaufsmöglichkeiten in Jena erkunden.

Auf der Heimfahrt am letzten Tag besuchten wir die Gedenkstätte Buchenwald, welche uns bewegende Eindrücke von der NS-Zeit und den Grausamkeiten der Nazis verschaffte.

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Autor Stefan Müller gibt viele Einblicke in seine Tätigkeit preis

Am 30. Juni 2014 stattete der Autor Stefan Müller den Schülern der 11. Klassen des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Calbe einen Besuch ab. Dort berichtete er einerseits von seinen Werken, zu denen unter anderem „111 Gründe, Bücher zu lieben“ sowie der Roman „Tibor und Ich“ gehören. Andererseits beschrieb er seine Anfänge als Autor, wobei angemerkt werden muss, dass er selbst ein ehemaliger Schüler des Calbenser Gymnasiums war.

Nach der Einführung, die aus einer kurzen Vorlesung einiger Kapitel seiner Bücher bestand, fuhr er mit der Erläuterung von anfänglichen Schwierigkeiten, einen Verlag zur Veröffentlichung seiner Bücher zu finden, fort. Die Schüler interessierten sich dabei besonders für das Leben als Autor, so fragten sie beispielsweise nach dem Umgang mit Schreibblockaden, Absagen bei den Verlagen und nach weiterer Arbeit neben dem Schreiben.

Stefan Müller selbst betrachtet seine Werke dabei eher als Hobby, da er hauptberuflich als Journalist tätig ist. Ergänzend erklärte er, dass man als Autor sehr geduldig sein müsse und sich nicht auf eine einzige Arbeit festlegen sollte. Anschließend wurden den Klassen Zeitschriften mit Artikeln seiner Bücher sowie ein Beispiel für die Korrekturarbeit eines Lektors aufgezeigt. Viele weitere Fragen von den Schülern und den Lehrern folgten anschließend. Es stellte sich heraus, dass die Werke vieler Schriftsteller oft missverstanden werden. So werden Geschichten zumeist fälschlicherweise auf ihre Autoren projiziert und ungewollte Zusammenhänge zur Realität sichtbar.

Die Schüler bemerkten, dass ihnen die Zeit kaum ausreichte und sie nach anderthalb Stunden auch schon am Ende der Gesprächsrunde angelangt waren. Stefan Müller wurde mit einem kleinen Präsent und einem großen Dank für die interessante, informative Veranstaltung von Lehrern und Schülern verabschiedet.

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Schilleraner treffen Dr. Faustus

Im Puppentheater Magdeburg  erlebten die Schüler der Klassenstufe 6 den Deutschunterricht einmal ganz anders.

Was war es nochmal, was „die Welt im Innersten zusammenhält?“ – Fausts Verlangen nach grenzenlosem Wissen führt ihn in die Fänge des Teufels. Der Pakt wird mit einem Tröpfchen Blut besiegelt und eine abenteuerliche Reise beginnt. Erst durch die „kleine“, dann durch die „große“ Welt, vor allem aber in Gretchens Arme – und die Schilleraner waren sozusagen hautnah dabei.

Knapp 100 Schüler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe besuchten diese besonders originell in Szene gesetzte Aufführung des Faust-Stoffes. Das gezeigte Puppentheaterstück trug den bezeichnenden Titel „Dr. Faustus reorganisiert“. Die Rollen der Puppen Dr. Faustus, Mephisto –  genannt „Mephi“, Gretchen und der Kasper wurden von den Schauspielern Freda Winter, Lennart Morgenstern und Nis Sogaard meisterhaft „belebt“. Wenig Requisiten, mitunter eine düster wirkende Kulisse und eine große Portion modernisierter Sprechakte sorgten beim Publikum für viel Spaß und interessanter Unterhaltung, aber auch für Unverständnis und Distanzierung.

Aber auch Letzteres kann und muss „modernes Theater“ zulassen. In jedem Fall werden wir diesen erlebnisreichen Tag so schnell nicht vergessen, schließlich war der 40-minütige Fußmarsch von der Schule zum Bahnhof Calbe/Ost und auch wieder zurück bei großer Hitze ein zusätzliches Erlebnis, welches bereits für viel Spaß und Unterhaltung sorgte.

Ein wirklich erlebnisreicher und schöner Tag! Herzlichen Dank an alle Lehrer, die uns begleiteten.