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Schüler organisieren eigenständig die Simulation zur Bundestagswahl 2021

Die Straßen in Calbe, im Salzlandkreis, in Sachsen-Anhalt, in ganz Deutschland säumten unzählige Wahlplakate verschiedenster politischer Parteien und Direktkandidaten zur mit Spannung erwarteten Bundestagswahl 2021. In den Medien war dies in den letzten Wochen das beherrschende Thema, aber natürlich auch in den Familien und Freundeskreisen waren die Wahlentscheidungen oft ein viel diskutiertes Thema.

Selbstverständlich gab es auch bei den Calbenser Gymnasiasten reichlich Diskussionsstoff und daraus folgend Ambitionen die eigene Stimme abzugeben. Leider war der Andrang der Schulen zur Anmeldung der traditionellen Juniorwahl so groß, dass das Friedrich-Schiller-Gymnasium nicht einbezogen werden konnte. Kein Grund jedoch für die Schüler diese Simulation einfach wegfallen zu lassen. Kurzer Hand engagierte sich eine neunte Klasse als Wahlleitung. Die Musterstimmzettel mussten gedruckt, die Wahlurne und die Wahlkabinen aufgestellt, die Wahllisten erstellt und letztlich die abgegebenen Stimmen auch ausgezählt werden. Realitätsnäher lässt sich der gesamte Wahlablauf sicherlich nicht im Rahmen des Sozialkundeunterrichts erleben.

Hierdurch konnten die Acht- bis Zwölftklässler des Calbenser Gymnasiums bei der eigens organisierten Juniorwahl ihre persönliche Stimme für die Bundestagswahl 2021 abgeben. Natürlich stand im jeweiligen Klassenunterricht in erster Linie der komplexe Ablauf der Wahl im Mittelpunkt: von der Erstellung der Wahleinladungen, über die Bestellung der Wahlhelfer, die Durchführung der eigentlichen Wahl bis hin zur Auszählung und Auswertung. Für die Schüler jedoch ging es vielmehr darum, ihre politischen Ansichten bei der „Bundestagswahl-Generalprobe“ zu zeigen.

Die simulierte Wahl ist dabei sehr realitätsnah. Mit den erstellten Musterstimmzetteln müssen sich die Schüler im Anschluss in eine Wahlkabine begeben, um schließlich ihre abgegebene Stimme ordentlich gefaltet in die versiegelte Urne zu stecken.
Mit Blick auf das Wahlergebnis der Schilleraner zeigen sich natürlich Übereinstimmungen, aber auch auffällige Unterschiede. Wohl deutlich wichtiger als das eigentliche Ergebnis scheint aber vielmehr, dass die Schüler nicht nur mit einer Wahlbeteiligung von 91 Prozent glänzten, sondern ihre Stimme auch wohlüberlegt und vor allem gerne abgegeben haben.

Ergebnis der Wahlsimulation zur Bundestagswahl 2021 des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe

ERSTSTIMME ZWEITSTIMME
Sorge (CDU) 57 CDU 31
Pasemann (AfD) 10 AfD 15
Scheunchen (Die Linke) 12 Die Linke 14
Kröber (SPD) 37 SPD 42
Dr. Horn (FDP) 42 FDP 57
Liebau (Grüne) 12 Grüne 14
Fassl (Tierschutzallianz) 18 Tierschutzallianz 12
Schröder (Freie Wähler) 6 Freie Wähler 2
Graviat (Die PARTEI) 16 Die PARTEI 9
Zander (Gartenpartei) 3 Gartenpartei 0
Dr. Füllmilch (dieBasis) 4 dieBasis 2
NPD 0
MLPD 0
Tierschutzpartei 10
PIRATEN 13

SUMME 217 SUMME 221
Ungültige Stimmen 12

WAHLBETEILIGUNG 233 v. 256 91%

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Staatssekretärin Feußner und Landesenergieagentur gratulieren Sachsen-Anhalts Energiesparmeister 2021

Als Anerkennung für den Landessieg des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Calbe (Saale) im diesjährigen Energiesparmeister-Wettbewerb haben die Staatssekretärin im Ministerium für Bildung, Eva Feußner, und der Prokurist der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (LENA), Dirk Trappe, den Schülerinnen und Schülern am Freitag, dem 18. Juni 2021, persönlich zum Sieg gratuliert und ihnen das Siegerschild „Energiesparmeister 2021“ sowie verschiedene nützliche Messgeräte überreicht, um sie bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen.

„Es ist beeindruckend, dass das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Calbe in so kurzer Zeit in vorbildlicher Weise praktische und nachhaltige Maßnahmen umsetzen konnte, um sich zu einer Energiesparschule zu entwickeln – und das trotz Pandemie! Wenn Kinder bereits frühzeitig an Themen des Klimaschutzes herangeführt werden, gehen sie als Erwachsene verantwortungsvoller mit unserer Erde um. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit der Siegerprämie nun dazu beitragen können, die weiteren geplanten Aktionen anzugehen“, sagte Bildungsstaatssekretärin Eva Feußner.

„Das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Calbe hat im Rahmen des Konzeptes ‚Energiesparschule‘ viele einzelne, sinnvolle Maßnahmen gesammelt, die in der Gesamtheit jede Menge bewirken können. Und wir als Landesenergieagentur werden das natürlich in Zukunft mit unserem Know-how unterstützen“, betont LENA-Prokurist Dirk Trappe.

Gemeinsames Erinnerungsfoto auf dem Schulhof unseres Gymnasiums. | Foto: Manuel Pape
Übergabe des Titels: Frau Feußner, Ferdinand Pierau und Herr Trappe. | Foto: Manuel Pape
Gemeinsame VEranstaltung zur Preisübergabe zum Energiesparmeister 2021. | Foto: Manuel Pape

Hintergrund zum Energiesparmeister-Projekt des Friedrich-Schiller-Gymnasiums

Das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Calbe (Saale) hat im vergangenen Jahr – initiiert durch den Physikunterricht der 7. Klasse – ein umfangreiches Konzept erstellt, um „Energiesparschule“ zu werden. Darin werden zahlreiche Aspekte des Schulalltags wie Müllvermeidung, Nachhaltigkeit, Regionalität, aber auch richtiges Heizen und Lüften aufgeführt und mit konkreten Maßnahmen und Plänen untermauert. Mittlerweile können die Schülerinnen und Schüler auf eine Vielzahl bereits umgesetzter Umwelt- und Energiesparmaßnahmen zurückblicken. Dazu gehören u.a. diverse Baumpflanzaktionen, die intensive Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, die Einführung von Mehrwegbechern bei Schulveranstaltungen und ein „Veggie-Day“. Im nächsten Schritt sollen Daten zum Wärme- und Stromverbrauch gesammelt, ausgewertet und entsprechende Lösungsansätze durch Nutzerverhaltensänderungen erarbeitet werden.

Landesenergieagentur unterstützt Schulen mit umfangreichen Bildungsangeboten

Die Landesenergieagentur unterstützt nicht nur den Energiesparmeister-Wettbewerb mit einer Patenschaft für Sachsen-Anhalt, sondern setzt darüber hinaus verschiedene Aktivitäten, Kampagnen und Projekte im Bildungsbereich um. So wird im Rahmen der lehrplangerechten Schulkampagne „Energie.Kennen.Lernen.“ Wissen mit konkretem Bezug auf den Schulalltag vermittelt und bei Rundgängen durch die Schulgebäude veranschaulicht. Seit 2014 konnten insgesamt 56 konkrete Projekte an 21 Schulen durchgeführt werden. Im vergangenen Jahr waren Schulprojekte corona-bedingt nur eingeschränkt möglich. Daraufhin ließ die LENA ausgewählte Inhalte als digitale Lernangebote zu den Themen Klimawandel, Erneuerbare Energie sowie Strom und Wärme entwickeln. Drei Unterrichtsmodule und umfangreiche Lehrmaterialien stehen den Lehrkräften in Kürze auf der Plattform Moodle zur Verfügung.

Mit dem von der LENA entwickelten Handbuch „Energiesparprojekte an Schulen in Sachsen-Anhalt“, das rund 900-mal im Land an allen Schulen verteilt wurde, können sich Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt nicht nur in Eigenregie zu wichtigen Themen der Energiewende und des Klimawandels kundig machen, sondern auch eigene Energieprojekte in ihren Klassen starten.

Quelle: Pressemitteilung der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt vom 21. Juni 2021

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Zum Energiesparen gibt es viele Ideen

Das Schillergymnasium in Calbe ist Energiesparmeister unter den Schulen im Land. Am Freitag gab es die offizielle Plakette und eine Stunde, in der die Schüler erzählten, was sie beim Thema Energiesparen
in der Schule bewegt.

Der Physikunterricht in Klasse 7 beschäftigt sich mit Energie. Dabei lernen die Schüler, dass die Energie nicht neu entsteht, sondern immer neue Formen annimmt. Als Physiklehrer Stefan Lenhart im vergangenen Jahr sich durch die verschiedenen Formen der Energie im Unterricht abarbeitete, habe er die Aufforderung im Fach gehabt, sich bei dem Bundeswettbewerb der Energiesparmeister zu bewerben, schildert er am Freitag.

Eva Feußner (CDU), Staatssekretärin im Bildungsministerium sitzt im großen Musikraum vor den Schülern in der ersten Reihe und hört gespannt zu. Sie ist gekommen, weil das Schillergymnasium den Landestitel in dem Wettbewerb und 2500 Euro Preisgeld von der Landesenergieagentur gewonnen hat. Dirk Trappe vertritt das Landesunternehmen. Es setzt sich dafür ein, mit der Energie sorgsamer
in Zukunft umzugehen.

Das war auch das Thema der Schüler, die inzwischen kurz vor dem Abschluss der achten Das Schillergymnasium in Calbe ist Energiesparmeister unter den Schulen im Land. Am Freitag gab es die offizielle Plakette und eine Stunde, in der die Schüler erzählten, was sie beim Thema Energiesparen in der Schule bewegt. Klasse stehen. Stefan Lenhart forderte die Schüler auf, sich Gedanken zu machen, wie die Schule mehr Energie und damit Ressourcen einsparen kann. Herausgekommen seien sehr viele einfache und leicht umsetzbare und auch anspruchsvollere Ideen. Die Schüler stellen anschließend ihre Ideen vor. Sie reichen vom aufmerksamen Umgang mit der Wärme der Heizkörper im Winter bis hin zum achtsamen Umgang mit der künstlichen Beleuchtung in den Räumen.

Dabei zeigen sich wie in anderen Schulen wohl auch, dass es immer die gleichen Problem gibt. In den Toiletten brennt das Licht stundenlang, obwohl gar keiner die Sanitäranlagen benutzt. Mitunter läuft das Wasser auch längere Zeit aus einem oder mehreren Wasserhähnen, bis es bemerkt wird. Mit moderner und intelligenter Steuerung ließe sich dies vermeiden, meinen die Schüler. Bewegungsmelder könnten das Licht ebenso steuern wie den Fluss des Wassers aus den Wasserhähnen. Regional und nachhaltig wollen die Schüler auch in den Pausen versorgt sein. Sie wünschen sich Teller aus Porzellan und kurze Lieferketten, was Energie spart.

Die Ideen seien ein gutes Zeichen, dass sich die junge Generation mit dem Energiesparen intensiv auseinandersetze, meinte Eva Feußner (CDU). Die Staatssekretärin aus dem Bildungsministerium, die selbst Mathelehrerin ist, freute sich über die zahlreichen Vorschläge. Zwar habe Sachsen-Anhalt die Klimapläne der Bundesregierung bereits erreicht, sagte zuvor Dirk Trappe von der Landesenergieagentur. Dennoch sei das Land beim Thema Energiesparen noch lange nicht am Ende. Früher habe es die Auffassung gegeben, dass Wirtschaftswachstum nur in Verbindung mit einem Wachstum der verbrauchten Energie möglich sei. Die vergangenen Jahre hätten aber gezeigt, dass Wirtschaftswachstum auch möglich sei, wenn die verbrauchte Energiemenge sinke. Das sei ein gutes und richtiges Zeichen. In Zukunft müssten auch die folgenden Generationen alle Hebel in Bewegung setzen, um den Klimawandel zu stoppen, sagte er. Schließlich gehe es um nicht weniger, als die Erde für die nachfolgenden Generationen bewohnbar zu halten, machte er deutlich.

Ferdinand und Lucie nehmen das Schild für den Energiesparmeister im Land von Eva Feußner (CDU), Staatssekretärin im Bildungsministerium des Landes entgegen. | Foto: Thomas Höfs

2500 Euro erhält die Schule von der Landesenergieagentur als Preisgeld. Die Schüler entscheiden selbst mit, was mit
dem Gewinn geschieht, wofür er eingesetzt werden soll. In Zukunft, kündigte Stefan Lenhart an, wolle er eine Ganztags AG gründen. Viele kleine Dinge wolle er mit der Arbeitsgemeinschaft dann umsetzen. Viele der Ideen könnte die Kreisverwaltung als Schulträger mitnehmen und umsetzen. So ist es der Kreisverwaltung in der Vergangenheit nicht gelungen, dass Haupthaus auf einen modernen Standard zu bringen. Eine energetische Sanierung ließ sich bislang nicht umsetzen, weil das Land die dafür benötigten Fördermittel nicht zu Verfügung stellte. Nun sucht der Kreis einen anderen Weg über die Städtebauförderung (Volksstimme berichtete). Die Ideen der Schüler könnten möglicherweise mit einfließen, sagte Anke Meyer auf Nachfrage. Die für die Schulen zuständige Fachbereichsleiterin in der Kreisverwaltung hatte einige kleine Geschenke für die Schüler dabei und freute sich mit ihnen über den Gewinn.

Quelle: Volksstimme Schönebeck vom 21. Juni 2021

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Juniorwahl 2021 als Generalprobe für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Die Straßen in Calbe, im Salzlandkreis und in ganz Sachsen-Anhalt säumten unzählige Wahlplakate verschiedenster politischer Parteien und Direktkandidaten zur Landtagswahl. Eine Besonderheit für die Saalestadt war sicherlich die terminliche Übereinstimmung mit der Bürgermeisterwahl. In den Medien, aber natürlich auch in den Familien und Freundeskreisen waren die Wahlentscheidungen oft ein viel diskutiertes Thema.

Auch bei den Calbenser Gymnasiasten gab es reichlich Diskussionsstoff, denn im Rahmen des Sozialkundeunterrichts konnten die Acht- bis Zwölftklässler bei der Juniorwahl ebenfalls ihre Stimme abgeben. Natürlich stand in der Schule in erster Linie der komplexe Ablauf der Wahl im Mittelpunkt: von der Erstellung der Wahleinladungen, über die Bestellung der Wahlhelfer, die Durchführung der eigentlichen Wahl bis hin zur Auszählung und Auswertung. Für die Schüler jedoch ging es vielmehr darum, ihre politischen Ansichten bei der „Landtagswahl-Generalprobe“ zu zeigen.

Die Juniorwahl 2021 zur Landtagswahl von Sachsen-Anhalt ist sehr realitätsnah. Mit den originalen Stimmzetteln müssen sich die Schüler im Anschluss in eine Wahlkabine begeben, um schließlich ihren Stimmzettel ordentlich gefaltet in die versiegelte Urne zu stecken.

Mit Blick auf das Wahlergebnis der Schilleraner zeigen sich viele Übereinstimmungen, aber eben auch auffällige Unterschiede. Wohl deutlich wichtiger als das eigentliche Ergebnis scheint aber vielmehr, dass die Schüler nicht nur mit einer Wahlbeteiligung von 92,6 Prozent glänzten, sondern ihre Stimme auch wohlüberlegt und vor allem gerne abgegeben haben.

Ergebnis der Juniorwahl des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe

ERSTSTIMME ZWEITSTIMME
Dr. Schellenberger (CDU) 63 CDU 44
Rausch (AfD) 22 AfD 13
Von Angern (Die Linke) 14 Die Linke 9
Grimm-Benne (SPD) 33 SPD 26
Leubeling (Grüne) 17 Grüne 15
Goldschmidt (FDP) 26 FDP 25
Mittelstrass (Freie Wähler) 17 Freie Wähler 5
NPD 1
Tierschutzpartei 21
Tierschutzallianz 12
Die PARTEI 3
TIERSCHUTZ hier! 2
Schüler (dieBasis) 3 dieBasis 2
Gesundheitsforschung 2
PIRATEN 15
SUMME 199 SUMME 199
Ungültige Stimmen 4 4
WAHLBETEILIGUNG 199 v. 215 92,6%
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Stadtratsentscheidung zu einem Skatepark für Calbe

Im Sozialkundeunterricht der neunten Klassen tauchen die Schüler in die verschiedenen politischen Entscheidungsebenen ein. Angefangen bei der Kommune Calbe über das Bundesland Sachsen-Anhalt und die Bundesebene der Bundesrepublik Deutschland folgt die Europäische Union. Die Entscheidungsprozesse sind dabei überaus vielfältig und kompliziert, sodass im Anschluss an die theoretischen Betrachtungsweisen bestmöglich das „eigene Erleben“ folgen sollte.  

Im Rahmen einer Problemanalyse zu den Freizeitangeboten in der Saalestadt schlüpfen die Schüler in die Rolle der Calbenser Stadträte und diskutieren über den Bau einer Skateanlage. In den Vorgesprächen der einzelnen Fraktionen, wie zum Beispiel „Rolandgängster“, „Saalefischer“, „Make Calbe Great Again“, oder „Calbenser lieben Calbe“, werden Für- und Gegenargumente besprochen und Verhandlungsstrategien erarbeitet. Beim Aufeinandertreffen im Stadtrat tauchen dann schnell Meinungsverschiedenheiten auf. Streitpunkte wie „Sollte man lieber gleich eine große Variante anstreben oder eher eine billigere Probeversion bauen?“, „Ist der Standort im nördlichen Gewerbegebiet wirklich so vorteilhaft oder bietet die Grüne Lunge mehr Möglichkeiten?“ und „Wie wird bei möglichen Problemen verfahren, zum Beispiel Lärm, Müll oder Vandalismus, können ein Zaun, Kameraüberwachung oder einfach nur Eigenverantwortung der Jugendlichen Abhilfe schaffen?“ werden diskutiert.

Irgendwann gilt es dann aber auch eine Entscheidung zur Lösung der Problemstellung herbeizuführen. Wie schwer es allerdings häufig ist, eine einfache Mehrheit für seine Positionen zu bekommen und möglichst viele Stadtratsmitglieder zu überzeugen, spüren die Schüler in ihren eingenommenen Stadtratsrollen. Mit dem bestmöglichen Kompromiss im Gepäck gilt es im Nachgang dann noch darum, den gesamten erlebten Ablauf anhand verschiedener Kriterien zu bewerten. Einig sind sich die Akteure zumeist in jedem Fall: „Einfach ist Politik keinesfalls.“

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Interessante, wenn auch teils wilde Einblicke in die Arbeit des Landtags

Insbesondere das Fach Sozialkunde lebt im Unterrichtsalltag von der Aktualität der Ereignisse und ist dabei natürlich immer bestrebt, dies jeweils erklärend in die theoretischen Zusammenhänge zu integrieren. Hinzu kommt der Anspruch, die politischen Wege der Entscheidungsfindung möglichst klar aufzuzeigen.

All diese grundlegenden Aspekte konnte die Exkursion der neunten Klassen des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe zum Landtag des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg vereinigen. Im Anschluss an einen kurzweiligen Informationsvortrag zum strukturellen Aufbau und einen Rundgang durch das Landtagsgebäude hatten die Schüler gespannt auf der Besuchertribüne zum Plenum platzgenommen, um dann der namentlichen Abstimmung zur Parlamentsreform zu folgen. Bereits hier fiel der teils ungewöhnlich schroffe Ton im Miteinander der Abgeordneten auf. Auch im Rahmen der aktuellen Debatte zur gescheiterten Regierungsbildung in Thüringen ging es wild zu, unzählige Zwischenrufe und bewusste Störungen der Redner verdutzten einerseits sehr, sorgten aber auch für anhaltende interessierte Blicke auf der Besuchertribüne.

So war es dann auch wenig verwunderlich, dass der Abgeordnete Carsten Borchert im Nachgang im Gespräch mit den Schülern eine Vielzahl an Fragen zur Arbeitsweise des Parlaments beantworten musste. Natürlich blieb auch die Antwort auf die Fragen nach dem Verdienst, dem Zeitaufwand und dem allgemeinen Politikersein in der sehr offenen Runde nicht unbeantwortet. Abschließend wurden dann auch die Schilleraner nochmal zu Experten, quasi in eigener Sache. Die Frage nach einem strikten Handyverbot an sachsen-anhaltinischen Schulen wurde tags zuvor im Landtag diskutiert und nun im Gespräch engagiert und überaus fundiert fortgeführt. Letztlich aus dem Sozialkundeunterricht in den politischen Alltag.

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Live vor Ort beim seltenen Hammelsprung 

Im Rahmen der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestags gibt es einige Besonderheiten, die den Bürgern eher unbekannt, weil sehr selten sind. Pünktlich zum Besuch der Sozialkundekurse der elften Klasse des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe fand zufällig und völlig unverhofft ein so genannter „Hammelsprung“ statt. Aufgrund eines unklaren Abstimmungsverhältnis verließen alle Abgeordneten den Plenarsaal und kehrten über drei verschiedene Türen für „Ja“, „Nein“ und „Enthaltung“ wieder zurück. Ein perfektes Beispiel für die zuvor nur theoretisch im Unterricht besprochenen Verfahrensweisen.

Nach weiteren Abstimmungen folgte eine Debatte zum Regionalisierungsgesetz, „mehr Geld in die Infrastruktur“. Neben vielen Eindrücken zu Verfahrensabläufen im Bundestag folgte der sicherlich spannendere Teil mit dem Expertengespräch mit Tino Sorge. Der CDU-Abgeordnete mit dem Spezialgebiet „Gesundheit“ konnte sich vor Schülerfragen kaum retten, einerseits wurden Themen wie Abtreibungsregelungen, Ärztemangel und Landarztprogramm, Coronavirus und die Zugangsvoraussetzungen zum Medizinstudium diskutiert, andererseits interessierten sich die Schüler für den politischen Werdegang, den Kontakt zu Bundeskanzlerin Angela Merkel und die möglichen unbeliebten Tätigkeiten eines Politikers. Rasend schnell war eine Stunde vorbei, schnell noch ein Erinnerungsfoto und schon ging es für Tino Sorge zur nächsten namentlichen Abstimmung und für die Schilleraner auf die Kuppel des Reichstags.

Gemeinsames Erinnerungsfoto nach dem informativen Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Tino Sorge.

Mit einer tollen Aussicht von ganz oben hatten sie einerseits die Abgeordneten im Plenum und andererseits die Dächer Berlins im Blick. Eine ebenfalls tolle Sicht hatte zum Abschluss das Besucherrestaurant des Paul-Löbe-Hauses zu bieten, direkt an der Spree konnte die Reisegruppe nicht nur entspannt essen, sondern auch die Erkenntnisse des Tages samt Hammelsprung diskutieren.

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Europawahl-Generalprobe bringt deutliches Ergebnis

Spätestens seit den Fridays for Future Demonstrationen zeigt sich, dass viele Jugendliche ein ausgeprägtes Interesse an verschiedenen Politikfeldern besitzen. Auch die Diskussion zur Absenkung des Wahlalters und somit den demokratischen Zugang zur Mitbestimmung für unter 18-Jährige ist keinesfalls neu. Doch obwohl viele Schüler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe eine offizielle Wahleinladung erhielten, begrenzt sich ihre Wahlmöglichkeit auf den kommunalen Bereich.

Umso größer war in der vergangenen Woche die Freude, dass sie im Rahmen der Juniorwahl 2019 zur Europawahl zumindest innerhalb des Sozialkundeunterrichts ihre Stimmabgabe simulieren und ein politisches Meinungsbild nach außen tragen konnten.

Natürlich stand in der Schule in erster Linie der komplexe Ablauf der Wahl im Mittelpunkt: von der Erstellung der Wahleinladungen, über die Bestellung der Wahlhelfer, die Durchführung dereigentlichen Wahl bis hin zur Auszählung und Auswertung. Für die Schüler jedoch ging es vielmehr darum, ihre politischen Ansichten bei der „Europawahl-Generalprobe“ zu zeigen, was bereits die vielen Diskussionen der Acht- bis Elftklässler im Vorfeld zeigten.

Die durchgeführte Juniorwahl 2019 zur Wahl des Europaparlaments ist dabei möglichst realitätsnah aufgebaut, mit den originalen Stimmzetteln müssen sich die Schüler im Anschluss in eine Wahlkabine begeben und anschließend ihren Stimmzettel ordentlich gefaltet in die versiegelte Urne stecken.

Das unten aufgeführte Wahlergebnis zeigt dabei sicherlich auffällige und begründbare Unterschiede. Wohl deutlich wichtiger als das eigentliche Ergebnis scheint aber vielmehr, dass die Schüler nicht nur mit einer Wahlbeteiligung von 90 Prozent glänzten, sondern ihre Stimme überwiegend auch wohl überlegt und vor allem gerne abgegeben haben.

Ergebnis der Juniorwahl 2019 des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe

Partei Anzahl der Stimmen Stimmenanteil in Prozent
CDU 28 11,5
Die Linke 13 5,3
SPD 30 12,3
AfD 27 11,1
Grüne 45 18,5
FDP 21 8,6
Tierschutzpartei 16 6,6
Piraten 6 2,5
Die Partei 35 14,4
Sonstige 22 9,0
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Schwierigkeiten der Entscheidungsfindung in der europäischen Politik am Europatag im Planspiel spielerisch erfahren

Die grundlegende Fragestellung war denkbar simpel: Im Zuge der Klima- und Energiepolitik sollten die Schüler über den Atom- und Kohleausstieg in Europa diskutieren.

Wie schwierig diese doch so einfache Frage allerdings zu beantworten ist zeigte sich bei den umfangreichen Diskussionen über die zu formulierende Gesetzesvorlage. Allein die prozentuale Verteilung im Energiemix zwischen erneuerbaren und fossilen Energieträgern und die entsprechende Laufzeit zum Erreichen boten eine Vielzahl von Ideen und Anträgen.

So waren die Zehntklässler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe auch in den Pausen des Planspiels überaus engagiert, um in „Hinterzimmergesprächen“ für Mehrheiten in der Entscheidungsfindung zu werben. Am 09. Mai 2019, dem Europatag, schlüpften die Schilleraner einen kompletten Schultag lang in die Rollen der politischen Akteure der Europäischen Union. Als Mitglieder der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, des Ministerrats oder als Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Interessengruppen und der Presse gestalteten die Teilnehmenden in Eigenregie die europäische Politik.  Hierbei spürten sie sehr schnell, wie schwierig es sein kann, die unterschiedlichen Meinungen, Vorstellungen und Interessen der politischen Lager innerhalb der Europäischen Union in einem Kompromiss zu vereinen.

Besonderes Lob gebührte an diesem Tag den Vorsitzenden und Vizevorsitzenden der Europäischen Institutionen. Sie hatten die Aufgabe, die Debatten anzuleiten und die verschiedenen Interessen miteinander in Einklang zu bringen. Und allein bei der Laufzeit und dem Energiemix gab es, wie erwähnt, ja schon reichlich zu tun.

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Ausstellung mit erstem Rundgang eröffnet

Der Schulleiter des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Calbe, Rolf-Uwe Friederichs, war sich sicher: „Auch ihr Schüler leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung des Fundaments unserer Demokratie“ und sprach dabei stellvertretend die Klasse 9a, die in ihrer Sozialkundestunde die ersten Besucher der Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ im schuleigenen Lesesaal der Bibliothek waren.

Ergänzend sagte er: „Es ist ja bei uns Tradition, dass die Großen interessante Sachen für die Kleinen vorbereiten und so ist es diesmal natürlich auch.“ Und so standen Lea Richter, Lydia Lehmann, Sandy Bartel, Hannah Rust und Chris Pfanne auch schon bereit, um die Schüler durch die Ausstellung zu führen.

In einem im Vorfeld stattfindenden Workshop hatten sie sich intensiv mit Marie Reinhold und Wolfgang Höffken von der Friedrich-Ebert-Stiftung vorbereitet, verschiedene Schwerpunkte zu Demokratie und Rechtsextremismus bearbeitet und sich eigene Eindrücke von den Ausstellungsinhalten gemacht.

Und so lief dann auch der erste Rundgang überaus entspannt und interessiert. Lea und Lydia diskutierten mit ihren jüngeren Mitschülern anschaulich über die grundlegenden Aspekte unserer Demokratie, einen Überblick über die rechtsextremen Strukturen in unserem Bundesland gab Chris, Hannah zeigte beispielhaft Straftaten und Todesfälle auf und abschließend präsentierte Sandy verschiedene Möglichkeiten im Umgang mit Stammtischparolen und extremistischen Meinungsbildern.

In dem zweiwöchigen Ausstellungszeitraum werden sich demnach mit Sicherheit noch viele weitere Calbenser Schüler mit dem Thema „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ beschäftigen.